Haben Sie mal von Miclol gehört?

Es begann mit Tencore, einer komplexen und sehr hochpreisigen Software, frisch aus den USA. 

Das war das erste Autorensystem, mit dem wir Kurse programmierten. Auftraggeber war vor allem Siemens, aber auch die Allianz, die Münchener Rück und die Bundeswehr (vertreten durch Elek Luft) waren mit von der Partie.

Keine Ahnung, was aus Tencore geworden ist. Vermutlich hat das System den Sprung ins Windows- und Internet-Zeitalter nicht wirklich geschafft.

Parallel dazu haben wir für die Deutsche Marine mit PLATO entwickelt, wohl einem Vorgängersystem von Tencore. Ich erinnere mich nur noch an die Pizza-großen Floppydisks und daran, dass man Grafiken nur mit dem integrierten Zeichensatzeditor erstellen konnte.

 

Unser nächstes Tool war Topic, eine deutsche Entwicklung. Das war schon einfacher zu bedienen (Turbopascal-basiert), und es bot auch bereits umfangreicher Grafik- und Animationsfeatures. Kunden waren bspw. die Erste Österreichische Sparkassenbank, das Wasserturmmuseum Mühlheim, aber auch Siemens, Renault u.v.m.

Tencore, Plato und Topic waren reine Scriptsprachen.

Das erste System mit einer Art grafischen Menüoberfläche war ein israelisches System namens MICLOL. Hier legte man die Kurse und Seiten mit einem vertrackten Menüsystem an; permanent poppten Seiten auf und zu, aber alles funktionierte über Menüsteuerung. Wenn es funktionierte. Wir stellten das System bei Siemens vor, aber nachdem es dabei den Rechner des Abteilungsleiters überhitzt und dann geschrottet hatte, war der Pitch verloren.

Ebenfalls bereits einigermaßen komfortabel und ohne große Programmierkenntnisse zu bedienen war EASYTEACH von einer Firma aus Wiesbaden. Wir erstellten einige Projekte damit, vor allem für die Hypobank, bis das Tool zusammen mit der Herstellerfirma von der Bildfläche verschwand.

Dann begann die Windows-Zeit. Wir starteten mit ToolBook. Einige Jahre lang war das unser Hauptsystem, und wir produzierten zahlreiche CBTs für Siemens, Siemens Nixdorf, Allianz, Alcatel, und andere.

Durch die Bundeswehr kamen wir auf später AUTHORWARE, mit dem wir vor allem für diesen Kunden und andere aus dem militärischen Umfeld CBTs erstellten. Authorware verfügte ja über eine grafische Benutzeroberfläche; man schob Symbole hin und her und erzeugte damit Seiten und Strukturen. Insgesamt war das System aber nicht nur recht teuer, sondern auch sehr träge. Und die Komplexität von Verzweigungslogik, unterschiedlichen Lernwegen und Strukturen, die es erlaubt hätte, war nie nachgefragt.

Unvermeidlich schwappte schließlich aus der MAC-Welt die Director-Welle zu uns herüber, nicht zuletzt befeuert durch die zahlreichen Praktikanten, die ToolBook und Authorware eher steinzeitlich fanden.

Wir stiegen also auf Macromind (später Adobe) Director um und produzierten einige Jahre hauptsächlich damit. Kunden waren beispielsweise der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR), Oracle, Wüstenrot, W&W Asset Management, der BVI, Siemens u.v.m.

Mittlerweile war das Internet-Zeitalter im e-Learning angekommen. Eine Zeit lang versuchten wir es mit dem Shockwave Plug-In für unsere Director-Programme, dann stiegen wir auf FLASH um, das uns dann als Basistechnologie bis 2017 begleitete.

Aber jetzt entstanden auch interessante Autorensysteme für das Web, oft ebenfalls mit Flash als Basis.

Wir erstellten Software-Simulationen mit Camtasia, ViewletBuilder und On-Demand; außerdem sahen wir uns die anderen Systeme gründlich an. Schließlich entscheiden wir uns für das norwegische Autorensystem MOHIVE eLPS. Wir konnten es bei BSH platzieren und produzierten 3 Jahre lang recht erfolgreich WBTs für verschiedene Kunden. Neu war, dass jetzt tatsächlich die Autoren selbst "programmieren" konnten. Dementsprechend wanderte unsere Programmierercrew erleichtert in technisch anspruchsvollere Bereiche ab.

MOHIVE scheiterte letzten Endes an den überzogenen Preisvorstellungen des Herstellers. Wir stiegen auf ein anderes norwegisches Produkt (sogar aus der gleichen Stadt) um, auf CourseBuilder. Und damit arbeiten wir auch heute noch, auch wenn der Hersteller Edvantage Group zunächst von Lumesse gekauft wurde, Lumesse dann von Saba, und Saba schließlich von Cornerstone.

Zwischendurch machten wir Projekte mit Lectora, mit der XMLSuite, mit ContentBuilder, mit Gomo und natürlich auch mit den Bordmitteln der diversen Learning Management Systeme.

 

 

Und ich glaube kaum, dass die Reise jetzt zu Ende ist. Wir erproben bereits interessante neue Systeme für Augmented und Virtual Reality-Lernprogramme, nicht zu vergessen für Gamification. 

Es bleibt spannend!

 

 

 

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